Bei der Titelwahl haben sich diese Alternativen aufgetaucht:
a) Joggerinkognito
b) Mirelit
Die Variante a) wurde in mir so gezeugt, dass ich anfangs immer im Stadtpark gejoggt habe. Vielleicht bin ich vor der Einsamkeit geflohen. Außerdem gibt es ein spaßiges Klipp in YouTube, „The Jogger“ (http://www.youtube.com/watch?v=VhmUQ5wZfiA), was sich an den Straßen von Wien spielt. Ein Mann rennt mit seinem Koffer vermutlich auf einen Bahnhof aufs bravouröse Blockflötequartett von Dick Koomans. Es kann sich später herausstellen, wie sich dieses Instrument (die Blockflöte) an mein Leben anknüpft. Und das Inkognito… erstens habe ich mich die Situation lange, mit wonniger Freude angekostet, dass die Leuten über mich keine Ahnung haben, dass ich jetzt ein Rätsel bin, „die Fremde“ (um Camus zu evozieren), die von den Anderen nicht aufgedeckt werden kann, die die Macht hat: dann, so viel, und so etwas aus sich zu zeigen, wie sie will. Als ich in der U-Bahn gefahren bin, und geweint habe, habe ich zuinnerst gejauchzt, dass diese unbekannten Menschen, die mich in diesem Moment umfassen, können mich nicht auffassen, und willen mich doch nicht auflösen. Dann habe ich bemerkt, dass die Menschen wunderschön sind, von eins bis eins, alle ihrer winzigen Schönheitsfehlers eingeschlossen. Ich war für „die zärtliche Gleichgültigkeit der Welt“ (umsonst, kann ich mich von diesem Camus nicht loslösen ;) dankbar. Hingegen, wenn ich im Proseminar „Basistexte von Anthropologie und Ethik“ vor mehr als 20 fremden Menschen, die auf Ungarisch nicht sprechen, wegen meiner misslungenen Hausübung, und überhaupt, wegen meiner misslungenen Tage geschluchzt habe (was sonst nicht im Geringsten peinlich war...), hat mich es furchtbar erbittert, dass ich sie (meine „MitstudentInnen“) ins endlose Labyrinth meiner Gedanken nie hereinführen kann, dass ich mich allein herausfinden muss, auf mich angewiesen. Fast immer, wenn ich ein konkretes Problem unter die Lupe nehme, statt, dass ich es schnellstmöglich und einfachste Weise lösen würde, wickle ich daraus ein Knäuel globaler Größe, und die Last von Universum stürzt sofort über mir. Ich glaube, dass alle meiner Sorgen aus einem gemeinsamen Herd erwachsen, was ich entschlossen nachsuche. Oder soll ich mich lieber mit symptomatischer Behandlung hinhalten?
Auf den Titel zurückgekehrt, trotz alle dieser Überlegungen habe ich mich für das Mirelit engagiert. Nicht nur deshalb, weil ich im Allgemeinen die Anhängerin von den Varianten „b“ bin, sondern, denn ich habe die andere wegen seiner Länge verworfen.
Das Mirelit dient als der Sammelbegriff von diejenigen tiefgefrorenen Lebensmitteln, womit ich mich hier, in Wien, unter dem Titel „Mahl“ vergifte, und das „Kochen“ imitiere. Ich wurde überrascht, wenn ich dieses Nomen „Mirelit“ in den deutschen und österreichischen Googlen nicht gefunden habe. Ich war überzeugt, dass es ein internationaler Ausdruck ist. Das ist aber sicher, dass es nicht ein echtes ungarisches Wort ist. Ich meine „Mirelit“ noch deswegen auch treffend, da ich meine Bemerkungen wegen den sprachlichen Hindernissen brühwarm nicht teilen kann; ich bin daran gezwungen, diese immer zu speichern, und später schon bearbeitet aufzutischen (vorzutragen… schrecklich, dass es in der deutschen Sprache mit dem gleichen Wort nicht gesagt werden kann… so wirkt es nicht so, wie eine wahre Metapher!).
In späteren werde ich vielleicht Zitaten aussetzen, oder einige Auswahlen aus meinem ungarischen Blog übersetzen. Wofür meine Zeit, Energie, und Inspiration reichen. Mal sehen.
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