2010. február 6., szombat

Ausschnitt aus meinem deutschen Tagebuch - Die Wurzeln

von Lena korrigiert :)

Das Festhalten der bisherigen Eindrücke - datiert: 16. 09. 2009 Wien

Ich denke, dass diese schreibende Tätigkeit unbedingt meiner Entwicklung dient. Die Verbalität ist sonst das hauptsächlichste Mittel meines Selbstausdruckes. Gleichzeitig bin ich mit dem Gedanken von Géza Ottlik einverstanden: "je besser sich die Worte verlichten, desto besser verdichtet sich die Wahrheit; und das äußerte Wesen ist um das Schweigen, es steckt nur darin hinein". Also es ist ein interessantes Paradox , dass wir überhaupt zu reden anfangen… aber wir müssen uns an die Rechte von der Gesellschaft anpassen, bloß aus Menschlichkeit, denn – was auch von Ottlik gesagt wurde – „die Schwerkanonen von der Wahrheit können in solche zerbrechliche Konstruktionen, wie die menschlichen Gesellschaften nicht eingeschleifert werden.“ Und die Mahnung von Wittgenstein kann auch nicht vernachlässigt werden: „Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen.“ Oh, wie schwer ist es zu entscheiden, wovon nicht gesprochen werden kann! Und eine andere Frage ist in Verbindung mit diesem aufgetaucht: mit wem kann ich sprechen? ... Diese Fragen haben immer im Brennpunkt meines Lebens gestanden… Ich bin neulich zu der Erkenntnis erwacht, dass das vollkommene Verständnis und die völlige Selbstübergabe zwischen den Menschen fast unmöglich sind, oder sie glänzen außergewöhnlich nur auf Augenblicke, über alle Worte und andere menschliche Kommunikationsformen und Ausdrucksmitteln. Diese Meta-Metakommunikation können wir erfahren, wenn sich das Himmelreich unverhofft für eine kurze Weile uns darbietet, und in unsere Schöße fällt. Ein solches Erlebnis übersteigt die allgemeine irdische Existenz. Ich bin zu diesem Schluss nach gewissen – zum vertieften Nachdenken und zu den auf mich selbst Aufpassen anregenden, sogar daran zwingenden Erschütterungen gekommen.
Dora.
Sie hat bei mir gestern eine konventionale Visite mit Mogyi und Betti gehalten. Sie war ehemals mein bester Freund (ja… es kann auf Deutsch komisch wirken, aber in der ungarischen Sprache können diese Begriffe von den Geschlechtern unabhängig sein, und in meiner Wortverwendung bekommt diese Unterscheidung eine große Bedeutung. Ich binde an den Ausdruck „Freundin“ eine lieber oberflächliche Beziehung. Die Freundin ist die Person, mit der ich verschiedene Programme organisiere, oder wir treffen uns, um uns angenehm zu unterhalten, aber sie nimmt an meinem seelischen Leben wahrhaftig nicht teil), und jetzt? Nach den Szenen, die sich nach der Bankett abgespielt haben, ist mir jener Verdacht gekommen, dass sie mich nie verstanden, – ab ich erstens meinen Mund geöffnet habe; auch mein Name war zu ihr nicht gelangt – und geliebt hat, und seitdem verstärkt es sich nur in mir. Und der Staub sammelt sich immer mehr unter dem Teppich an, und wir warten bis dahin ehe der Teppich auch zu Staub zerfällt. Sie determinierte es mit ihren Handlungen, und mit deren Mangel. Ich sehe nur diesen unaufhaltsamen Untergang machtlos, ich trauere, und mit Pfannkuchen bemühe ich mich die Übelkeit im Leichenschmaus zu verdrängen, und je mehr ich es runterdrücke, desto mehr drückt es meinen Magen. Wir werden miteinander nicht „im Guten“ stehen. Nicht ich werde mit der letzten Narkosedosis ihr ansonsten auch schlummerndes Gewissen versehen. Ich hasse lügen, und immer, wenn es möglich ist, vermeide ich es. Unsere Beziehung kann nach der menschlichen Logik nicht gutgemacht werden. Ich sehe die einzige Möglichkeit in „Deus ex machina“, wie in einem antiken Epos. Aber was auch immer passieren mag, werde ich mit dem Willen Gottes befrieden, und werde mein Schicksal annehmen.
Und endlich über Wien:
Auf den ersten Blick habe ich mein Zimmer ein bisschen wüst gefunden, deshalb habe es mir schnellstmöglich mit verschiedenen Dekorationen, Posters, Familienfotos gemütlich und wohnlich zu machen angestrengt. Und es ist mir gelungen! Ich fühle mich tagsüber in meinem Zimmer sehr gut, und nachts schlafe ich wegen der luftigen Einrichtung (wenige Möbelstücke) ausgezeichnet. Ich habe eigenen Lebensraum, wie zu Hause. Mein Programm ist sehr aufregend. Ich rase fast am ganzen Tag hin und her in der Stadt, um meine unversiegelnden offiziellen Tätigkeiten zu erledigen (habe wahrscheinlich einen ungünstigen Vertrag im Mobilgeschäft geschlossen, weil ich die Einzelheiten nicht genau verstanden habe), daneben muss ich natürlich Gesang üben, und etwas auf meine Figur achten (ich gehe joggen, wenn ich kann, und trainiere mich mit verschiedenen Gymnastikübungen). Die Zeit reicht kaum für meine anderen Passionen, und ich kann nicht nach meinem – von mir geschaffenen – Lehrplan vorankommen. Ich möchte Narziß und Goldmund lesen, mehr auf Deutsch schreiben, verschiedene Ausdrücke aus dem Wörterbuch sammeln, um meine Wortschatz zu bereichern; meine österreichische Bekannten in Wien aufsuchen, mich in der deutschen Bibel vertiefen, usw. … aber diese Stadt beschäftigt mich völlig! Lässt mich nie in Ruhe, wie ein lebhaftes Kind, verlangt ständige Aufmerksamkeit, und ich wage seine Hand nicht loszulassen. Und wenn ich in den historischen Vierteln spaziere, schnürt mir auch die Kehle von dieser seltenen Monumentalität, von diesen majestätischen Gebäuden, erfüllt mit den Geistern von Kaisers und Königen, und die Blättern von den Bäumen der Promenade zucken vom jahrhundertealten Atem der Monarchie…
Ich habe die Messe im Stefans Dom auch mit Andacht gehört. Das mächtige Sakrament, welches aus den fremden Worten strömte, hat auf mich gleichzeitig beklemmend und erhaben gewirkt. Ich bin ein kleiner Tropfen, aber ein mit dem alles beinhaltenden, die Ewigkeit bergenden Meers der Welt. Ich bin dem Mysterium der Religion noch kraftvoller bewusst geworden, weil ich nicht jedes einzelne Wort gekannt habe.

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