2010. február 3., szerda

Für euch

Einführung?
Erstens: warum öffne ich ein Blog? Hmmm... diese Frage fordert eigentlich eine komplizierte, und sehr komplexe Antwort, in der ich mich selbst erklären sollte. Ich versuche es, in jenem Maße, in welchem es möglich ist, es zusammenzudrängen.
Ich trage mich mit dem Plan von einer Blogöffnung schon seit lange. Das Schreiben ist meine Leidenschaft, ursprünglich, auf Ungarisch.
Das Blog
ist eine multifunktionale Erfindung. Das ist mein Haustier, das ich pflege (ich hätte immer einen Hund gemocht, und nach 16-jährigem ausdauernden Warten habe doch ein Pianino bekommen). Das ist mein Gesicht, welches ich hübsch mache. Das ist mein Rauschmittel, mit dessen Hilfe ich mich in der Illusion wiege, dass ich einerseits vollkommen verstanden werden kann, andererseits mich um literarische Lorbeeren bewerben kann. Das ist gleichzeitig mein separateingänglicher Psychologe, der mich aus diesem sentimentalen, eitlen Schlummer aufrüttelt und therapiert. Schließlich, aber nicht zuletzt: das Blog ist jener Ort, wo meine versteckten Abgründe aufgeleuchtet werden können. Ich habe es eingesehen, dass es unmöglich ist, mich aufzuschließen (hier her wird nach den Ferien noch ein großes Màrai-Zitat gelangen). Ich eröffne diese Chance nur einigen (eingeschlossen mir selbst), mich ein bisschen besser kennen zu lernen, damit sie meine zögernd und keusch sich abzeichnenden Umrisse hinter diesen gewissen "sieben Schleiern" ahnen können. Ich gebe einen Anhaltspunkt, auf dessen Grund man die Vorstellungen über mich vielleicht präzisieren kann. Einblick hinter die Kulissen, wo ich mich obwohl ganz nackt, nicht zeigen kann, dennoch trage ich mindestens nicht jene Kostüme, in welchen ich den Regisseur (die Situation, die Gesellschaft, der Name, worunter, und der Körper, worin ich geboren bin) gehorcht hineinschlüpfe; sondern jene, welche ich für mich schneidere. Ja, ich spiele, auch dann, wenn ich nicht auf der Bühne bin. Ich schöpfe wahre Szene aus dieser manchmal ärmlich scheinenden Wirklichkeit, und bemühe mich, sie genau niederzuschreiben, und ehrlich zu spielen (wenn ihr nur die ungarische Literatur kennen würdet, dann würdet ihr gleich wissen, auf welches Gedicht ich jetzt hinweise!).
Wenn ich nicht spielen würde, würde ich nicht leben. Das Spiel ist das unerlässliche Zubehör der irdischen Existenz, die sich aus der Strategie ernährt. Man soll sich vor den Menschen bewahren, um sich für die Menschen bewahren zu können. Seltsamer Widerspruch. Da es endlich keine wissenschaftliche Arbeit ist unter welcher ich im letzten Zeitabschnitt gelitten habe), werde ich dieses Paradoxon nicht weiter erörtern, sondern lasse es zunächst in einem literarischen Dämmern, als ein Rätsel, und vielleicht irgendwann einmal...
In meinen ungarischen Blogen habe ich das fiktive Publikum (na ja, immerhin haben sich doch ein-zwei Helden gefunden, die sich freiwillig, ohne Schwimmweste, in meinen Schwall gewagt haben… und haben es bisher ganz gut überstanden) mit Anekdoten unterhaltet, wiederum meine Theorien ausgeführt, und meine inneren Prozesse dargestellt.Ich zerlege mich immer in meine Elemente, prüfe und analysiere jeden einzelnen Bestandteil, einen jeden, vielleicht in jener Hoffnung, mit immer größerer Sachkenntnis eine immer bessere Konstruktion aus mir zusammenzusetzen.
Vielleicht kann ich auf einer Fremdsprache nie interpretiert werden, weil ich so hartnäckig am Kontext der ungarischen Literatur hänge. Vielleicht bin ich ohne Kosztolányi, Attila József, Sándor Márai, Sándor Weöres, Géza Ottlik (und ich könnte es noch aufzählen… khmmm… ohne meinen Vater) nichts, lediglich eine Blase, die, die auf sich projektierten Lichter von diesen großen Gestalten, ohne eigenen Inhalt, zart zurückwirft.
Der Mohapp hat mir noch in der ersten Schauspielklasse gesagt, dass es die Anderen gar nicht störe, wenn ich mich nicht gut ausdrücken kann. Aber warum nicht? Warum bin ich so Wurscht, so uninteressant, dass die Anderen auf mich praktisch nicht neugierig sind? WURSCHT :D. Ich glaube, habe mein absolutes Lieblingswort auf „Österreichisch“ gefunden. Was das Wesen ist, was mich eigentlich in diesem ganzen Blog (außer der Möglichkeit der Sprachübung) motiviert, damit ich nicht so Wurscht bin! Ich kann nicht klagen, habe so verständnisvolle Freunde, solche Beziehungen, die ich auf Deutsch nie gehofft hätte, und überhaupt, fast in Verlegenheit bringend hilfsbereite Bekannte in Wien, wofür ich nur dankbar sein kann. Und dennoch. Ich hasse es, wenn ich in einem Seminar (oder eben in dieser Schauspielklasse) sitze, sehe vor mir verträumt, oder versuche einige Fetzen unter den um mich herumflatternden Sätzen, alle meiner geistlichen Fähigkeiten drangesetzt, zu erhaschen; während die Anderen gerade ein gemütliche Unterhaltung, oder eben eine lebhafte Diskussion führen. Ja, ich habe die insgesamt 12 Schuljahre zu Hause leichtsinnig durchgesprochen… und jetzt ist die finstere Epoche des Schweigens eingebrochen. Ich muss es zunächst, wenn man nichts Besseres findet, akzeptieren, dass ich nicht mehr so aktiv sein kann, wie früher, oder als ich damit meine ungewöhnlich hohe verbale Anspruch befriedigen könnte. Was schon nur deshalb auch zur Verzweiflung bringt, weil ich bisher alle meiner Hedonismen sozusagen auf den Bereich der Verbalität beschränkt habe (na gut, ich muss auch noch das Essen gestehen), und jetzt können sie frei ihre Wesen treiben, wer weiß, wo? Der Hedonismus ist eigentlich ein euphemistischer Ausdruck meiner leidenschaftlichen Sehnsucht nach Einverleibung… hmmm… da liegt der Hund begraben, aber lassen wir den noch unter der Erde! Ich hebe es mir lieber für die späteren Posts auf.
Ich habe Zweifel, wie ich hier, in Österreich die Leute kennen lernen kann. Nicht nur in großen Zügen, oberflächlich, sondern ganz genau. Auf Ungarisch habe ich so viel eben aus dem Redestil, dem Wortschatz, den Wendungen, sogar, noch aus der Art von der Aussprache geurteilt. Aus den nonverbalen, vokalen Zeichen, die auch das Sprechen, wodurch selbst den Sprechenden charakterisieren (Akzent, Intonation / Sprachmelodie / Tonfall, Tempo, Pause), habe ich instinktiv Konsequenzen gezogen, Zu – oder Abneigung gefühlt. Ich war eine kritische Beobachterin. Und auf Deutsch: „Ebenso, als wenn eines meiner Sinnesorgane eine Beschädigung erlitten hätte, oder es ist, wie irgendeine seelische Gelähmtheit; deswegen muss ich eine andere Art von Wahrnehmung und Übergeben kennen lernen, mir aneignen, und mich daran gewöhnen, dass der bisher für wesentlichste gehaltene Teil von mir einfach nicht funktioniert.“ (die frühere mich zitiert). Die sprachliche Taubheit sichert mir einerseits die Sphäre von Schutz. Es bildet um mich eine Hülle, welche die Informationen filtert; so, dass allein die nötigste, und eben deshalb, die objektivste zu mir kommen kann, und die etwaigen verletzenden Nuancen, oder diejenigen, die ein Werturteil über mich, in sich tragen könnten, werden draußen gehalten. Andererseits macht es mich ausgeliefert: verunsichert mich in meinen Reaktionen, mit welchen ich mich verteidigen könnte. Ich bete das an, dass das Leben so paradox ist. Was mich von außen behütet, hemmt von innen.Ich hab’ mich zum Dammbrechen entschlossen. Ich bin lieber ein nasser Kohl, als eine ausgetrocknete Wurscht. Euch will ich mich stellen ;)!

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